Was ist Fibromyalgie

Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, die durch weitverbreitete muskuloskelettale Schmerzen, starke Müdigkeit, Schlafstörungen und kognitive Beeinträchtigungen („Fibro-Nebel“) gekennzeichnet ist. Sie betrifft 2–4% der Bevölkerung, überwiegend Frauen im Alter von 30—60 Jahren. Dies ist keine „Psychosomatik“ — es ist eine reale neurobiologische Erkrankung mit nachgewiesenen Veränderungen in der Schmerzverarbeitung.

Zentrale Sensibilisierung

Der Hauptmechanismus — Verstärkung der Schmerzsignale im ZNS. Das Gehirn „dreht die Lautstärke auf“ bei normalen Körpersignalen und verwandelt normalen Druck in Schmerz (Allodynie). Die Schmerzschwelle ist gesenkt.

Periphere Schmerzgeneratoren

Triggerpunkte in Muskeln und Faszien, Mikroentzündungen in kleinen Gelenken, Kompression kleiner Nervenfasern — nähren ständig die zentrale Sensibilisierung. Diese sind das Ziel der regenerativen Behandlung.

Neuroendokrine Störungen

Verringertes Serotonin, Noradrenalin, Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse. Erklärt Begleitsymptome: Depression, Angst, Schlafstörung, Reizdarmsyndrom.

Genetik & Trigger

Genetische Prädisposition (COMT, 5-HT2A Polymorphismen) + Trigger: Trauma, Infektion, Stress, Operation. Familienanamnese erhöht das Risiko 8-fach. Die Erkrankung ist nicht „eingebildet“ — sie hat eine biologische Grundlage.

Symptome & Diagnose

Weitverbreiteter Schmerz

Schmerzen „überall“ — in Muskeln, Gelenken, Rücken, Nacken, Brustkorb. Wandernd, verschlimmert durch Stress, Kälte, Schlafmangel. Dauer >3 Monate. Oft beschrieben als „Brennen“, „Schmerzen“, „Spannung“.

Müdigkeit & Schlafstörung

Starke Müdigkeit, die durch Ruhe nicht gebessert wird. Nicht erholsamer Schlaf — Patient wacht „zerbrochen“ auf. Störung der Tiefschlafphase (Alpha-Delta-Anomalie im EEG).

Kognitive Beeinträchtigung („Fibro-Nebel“)

Verminderte Konzentration, Vergesslichkeit, Schwierigkeiten bei der Wortfindung. Keine Demenz — reversibel bei Schmerz- und Schlafkontrolle. Beeinträchtigt aber Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität erheblich.

Diagnosekriterien (ACR 2016)

Widespread Pain Index (WPI) ≥7 + Symptom Severity Scale (SSS) ≥5. Symptome >3 Monate. Keine andere Erkrankung, die den Schmerz erklärt. Bluttests, MRT, Röntgen — normal (Ausschlussdiagnose).

Warum Standardbehandlung nicht reicht

Antidepressiva (Duloxetin, Amitriptylin)

Wirken auf absteigende schmerzhemmende Bahnen. Wirksam bei 30–50% der Patienten. Nebenwirkungen: Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, sexuelle Dysfunktion. Beseitigen nicht die peripheren Schmerzquellen.

Pregabalin / Gabapentin

Senken die neuronale Erregbarkeit. Mäßiger Schmerzeffekt (30% Reduktion bei 40% der Patienten). Nebenwirkungen: Schwindel, Ödeme, kognitive Verschlechterung. Abhängigkeit bei Langzeitgebrauch.

NSAR & Analgetika

Praktisch unwirksam bei Fibromyalgie — der Schmerz ist nicht entzündlich im klassischen Sinne. Opioide sind kontraindiziert: sie verstärken die zentrale Sensibilisierung. Paracetamol — Placeboeffekt.

Was der Standardansatz übersieht

Alle Medikamente zielen auf das ZNS, ignorieren aber periphere Schmerzgeneratoren: Triggerpunkte, fasziale Verklebungen, Dysfunktion kleiner Gelenke. Die regenerative Medizin füllt diese Lücke.

Fibromyalgie-Behandlung mit regenerativen Methoden

Die regenerative Medizin ersetzt nicht die Basistherapie, sondern ergänzt sie durch Beseitigung peripherer Schmerzquellen. Das Prinzip — „Generatoren abschalten“, damit die zentrale Sensibilisierung abklingen kann.

CGF in Triggerpunkte

Injektionen konzentrierter Wachstumsfaktoren in die Hauptschmerzzonen (Trapezius, paravertebrale Muskulatur, Gluteal, Piriformis). Beseitigen lokale Ischämie und Mikroentzündung. 5–8 Punkte pro Sitzung.

Perineurale Injektionen (PNI)

CGF-Mikroinjektionen um oberflächliche Nerven in Allodynie-Zonen. Stellen das Nervenmikromilieu wieder her, reduzieren ektopische Aktivität. Besonders wirksam bei brennendem Schmerz.

Facetten- & ISG-Gelenke

Bei begleitenden Rückenschmerzen — gezielte PRP/CGF-Injektionen in Facettengelenke und Iliosakralgelenk unter Ultraschallkontrolle. Schalten einen der „Generatoren“ aus.

Kombiniertes Protokoll

3—5 Sitzungen im Abstand von 3—6 Wochen. Jede Sitzung zielt auf 2—3 schmerzhafteste Zonen. Erhaltungsbehandlung — alle 6–12 Monate. Kompatibel mit allen Basismedikamenten.

Ergebnisse & Prognose

Die regenerative Medizin bei Fibromyalgie ist kein Allheilmittel, aber eine bedeutende Ergänzung zur Standardtherapie. Größter Effekt — bei Patienten mit ausgeprägter peripherer Schmerzkomponente (multiple Triggerpunkte, spezifische Gelenkschmerzen).

40–60%Schmerzreduktion (VAS)
65%Reduzieren Medikamentendosis
3—5Sitzungen pro Kurs
6–12 MoWirkungsdauer

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Häufig gestellte Fragen

Kann Fibromyalgie vollständig geheilt werden?

Vollständige Heilung ist noch nicht möglich. Aber die regenerative Medizin reduziert den Schmerz um 40–60% und verbessert die Lebensqualität durch Behandlung peripherer Schmerzgeneratoren.

Wie unterscheiden sich zellbasierte Verfahren von der Standardbehandlung?

Standardtherapie zielt auf das ZNS. Die regenerative Medizin beseitigt periphere Schmerzquellen — Triggerpunkte, fasziale Verklebungen, Mikroentzündungen in Gelenken.

Wie viele Behandlungen sind nötig?

3—5 Sitzungen im Abstand von 3—6 Wochen. Erhaltungsbehandlung alle 6–12 Monate.

Gibt es Kontraindikationen?

Aktive Infektion, Onkologie. Die Autoimmunkomponente der Fibromyalgie ist KEINE Kontraindikation — es werden körpereigene Zellen verwendet.

Muss ich aktuelle Medikamente absetzen?

Nein. Die regenerative Medizin ist kompatibel mit Antidepressiva, Pregabalin und NSAR. Ziel ist die schrittweise Dosisreduktion bei nachlassenden Schmerzen.