Was ist MFAT
MFAT ist ein italienisches medizinisches System zur mechanischen Aufbereitung von Fettgewebe, das Carlo Tremolada 2010 entwickelt hat. Es erhielt die FDA-Zulassung (USA, 2014) und das CE-Zeichen (EU, 2015) als minimally manipulated tissue, sodass es ohne spezielle ATMP-Lizenz eingesetzt werden kann. Funktionsprinzip: ein geschlossenes steriles System mit einer Reihe von Mikrofiltern und Kochsalzlosungen, das das Lipoaspirat von Blut, Triglyzeridol und proinflammatorischen Bestandteilen "wascht" und gleichzeitig die stromal-vaskulare Struktur mit intakter mesenchymaler Stammzellnische erhalt.
Indikationen für MFAT Ortho
MFAT ist die Methode der Wahl, wenn die einfache PRP-Therapie nicht mehr ausreicht und eine Operation noch in weiter Ferne liegt. Besonders wertvoll ist die Kombination aus echter Geweberegeneration (durch MSC) und starker entzündungshemmender Wirkung (MSC sezernieren IL-1Ra, TGF-β, IL-10).
Arthrose Stadium II–III
Gonarthrose, Coxarthrose, Omarthrose, Sprunggelenksarthrose, Rhizarthrose. MFAT ist besonders wirksam, wenn einfache PRP nicht mehr ausreicht — die Stammzellen ermöglichen eine echte Wirkung auf das Knorpelgewebe.
Chronische Tendinopathien
Therapieresistente Fälle: Achillessehnentendinopathie >12 Monate, Tennis-/Golferellenbogen, Patellaspitzentendinopathie, Tendinopathie der Rotatorenmanschette, langer Bizepskopf.
FBSS (Postnukleotomiesyndrom)
Epidurale und foraminale MFAT-Injektionen bei Narben- und Adhasionsfibrose, Instabilität des operierten Segments, Anschlussdegeneration. Wirksamkeit 65–75 %.
Partielle Bandverletzungen
Risse Grad I–II des VKB, HKB, Innenbandes und der Rotatorenmanschette — zur Biostimulation der Heilung und zur Vermeidung einer Operation.
Knochenmarkodem (BME)
Bone Marrow Edema Syndrome — Knochenmarkodem, sichtbar im STIR-MRT. MFAT in Kombination mit Entlastung ist in 80 % der Fälle wirksam und verhindert das Fortschreiten zur aseptischen Nekrose.
Degenerative Bandscheibenerkrankungen
Intradiskale MFAT-Injektionen bei fruher Degeneration (Pfirrmann II–III), diskogenen Schmerzen. Wiederherstellung der Bandscheibenhohe um 10–15 %, der Hydratation um bis zu 25 %.
Synovitis und chronische Entzündungen
Bei nicht-infektioser Synovitis, chronischer Bursitis. Stammzellen wirken stark immunmodulatorisch — sie unterdrücken pathologische Entzündungen ohne Immunsuppression.
Wie die Behandlung ablauft
1. Tumeszente Lokalanästhesie
In den Entnahmebereich (Bauch, Oberschenkel) wird eine spezielle Losung (Kochsalz + Lidocain + Adrenalin) injiziert, die die Fettlappchen trennt und die Region betaubt. Dauer 10 Minuten.
2. Mini-Liposuktion
Über einen 3–4 mm großen Zugang werden mit einer feinen Kanule 30–60 ml Fettgewebe (Lipoaspirat) entnommen. Der Eingriff ist nahezu schmerzfrei und hinterlasst nur minimale kosmetische Spuren.
3. Aufbereitung im MFAT-System
Geschlossenes steriles System: das Lipoaspirat durchlauft eine Reihe von Filtern mit Kochsalzlosung. Erythrozyten, proinflammatorische Molekule und Triglyzeridol werden entfernt. Die stromal-vaskulare Struktur mit MSC bleibt erhalten. Dauer 25–30 Minuten.
4. Ultraschallgesteuerte Injektion
Das gewonnene Endprodukt (~6–8 ml) wird unter Kontrolle des und in die Zielstruktur eingebracht. Bei Bedarf — Kombination mit CGF (verlangert die Wirkung). Dauer 15–20 Minuten.
5. Beobachtung und Entlassung
30 Minuten Beobachtung. Verband am Entnahmebereich. Empfehlungen: Kompressionswasche am Bauch für 7 Tage, Kuhlung der Injektionsstelle 48 Stunden, Schonung 5–7 Tage.
Wirksamkeit nach Indikation
Daten basieren auf systematischen PubMed-Reviews (Russo et al. 2017, Pers et al. 2016) und der internen Statistik von RegenPAS (4500+ MFAT-Behandlungen seit 2015).
Häufige Fragen
MFAT ist ein italienisches System zur mechanischen Aufbereitung von Fettgewebe (Lipoaspirat) ohne Enzyme und Zellkultur. Das ist entscheidend für die Konformitat mit der EU-Verordnung 1394/2007 — MFAT gilt als "minimally manipulated tissue" und benötigt keine ATMP-Lizenz. Das Endprodukt ist ein Gewebepraparat mit intakter mesenchymaler Stammzellnische (~2,5 Mio. MSC/ml) und erhaltenem Stromagerust.
SVF (Stromal Vascular Fraction) wird durch enzymatische (Kollagenase-)Verarbeitung des Fettgewebes gewonnen — das Gewebe wird in Einzelzellen zerlegt. Das ergibt eine hohere MSC-Konzentration, fallt in der EU jedoch unter die ATMP-Regulierung (GMP-Lizenz erforderlich). MFAT arbeitet mechanisch ohne Enzyme — die MSC-Konzentration ist niedriger, aber das naturliche Mikroumfeld bleibt erhalten, was für Uberleben und Funktion nach Implantation entscheidend ist.
Standardmaßig aus den seitlichen Bauchpartien oder den Innenseiten der Oberschenkel. Unter ortlicher Betaubung (tumeszente Infiltration) wird ein 3–4 mm großer Zugang gesetzt und mit einer feinen, mini-invasiven Liposuktionskanule werden 30–60 ml Fett entnommen. Kosmetisch — geringe Volumenreduktion am Entnahmeort, nur eine kleine Stichstelle bleibt sichtbar.
Aus 30 ml Lipoaspirat entstehen ~6–8 ml MFAT-Endprodukt mit 15–20 Millionen mesenchymalen Stammzellen. Das ist 100–500-mal mehr als in der konzentriertesten PRP. Zum Vergleich: BMAC aus 60 ml Knochenmark liefert ~2–5 Millionen MSC.
Nein. Der gesamte Eingriff erfolgt unter ortlicher (tumeszenter) Betaubung. Der Patient bleibt vollständig wach; bei Bedarf ist eine leichte Sedierung möglich. Dauer 60–90 Minuten. Anschließend 30 Minuten Beobachtung und Entlassung. Am nachsten Tag kehren die meisten Patienten zur normalen Aktivität zuruck.
Im Gegensatz zu PRP wird MFAT in der Regel einmal durchgefuhrt und entfaltet eine Langzeitwirkung von 2–5 Jahren. Eine Wiederholungsbehandlung erfolgt nur bei Wiederauftreten der Symptome — nicht zur Verstarkung des Ersteffekts. Grund: MSC siedeln sich an und modulieren die Heilung viele Monate lang.
In den ersten 2–3 Wochen tritt meist keine Besserung ein (Phase der Einsiedlung); bei manchen Patienten kann es vorubergehend zu einer Schmerzzunahme kommen (das ist normal). Nach 4–6 Wochen — Beginn der Verbesserung. Nach 3 Monaten — deutlicher Effekt. Maximum nach 6–12 Monaten. Nach 12 Monaten — Kontroll-MRT zur Beurteilung morphologischer Veranderungen (Wirkung auf das Knorpelgewebe.
Ja. MFAT ist eine der sichersten regenerativen Behandlungen und kann in jedem Alter durchgefuhrt werden. Bei alteren Patienten ist die Anzahl der MSC im Fettgewebe geringer (im Vergleich zu 30-Jahrigen), ihre Funktion bleibt jedoch erhalten. Altersbedingte Kontraindikationen entsprechen denen einer ortlichen Betaubung: dekompensierte Herz-Kreislauf-Erkrankung, schwerer Diabetes mellitus.
Kompensierter Diabetes mellitus (HbA1c <8 %), stabile KHK, kontrollierte Hypertonie sind keine Kontraindikationen. Dekompensierte Formen sind relative Kontraindikationen — eine vorherige Stabilisierung beim Facharzt ist nötig. COPD oder Herzinsuffizienz im Schub — Behandlung verschieben.
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