Was ist eine Kortisonspritze

Bei einer Kortisonspritze wird ein synthetisches Kortikosteroid in ein Gelenk, einen Schleimbeutel, eine Sehnenscheide oder an eine Nervenwurzel injiziert. Üblich sind Triamcinolon, Methylprednisolon, Betamethason und Dexamethason, oft zusammen mit einem Lokalanästhetikum.

Das Kortikosteroid hemmt die Entzündung stark: Schmerz und Schwellung gehen zurück, die Ursache — abgenutzter Knorpel, Sehnendegeneration, Nervenkompression — bleibt jedoch. Das Betäubungsmittel wirkt sofort, das Kortison selbst nach 1–3 Tagen.

Die Wirkung hält meist einige Wochen bis 2–3 Monate an. Für einen akuten Schub ist das ein nützliches Werkzeug, für die Behandlung eines chronischen Problems mit wiederholten Spritzen nicht.

Kurz gefasst

  • Wirkstoffe: Triamcinolon, Methylprednisolon, Betamethason, Dexamethason
  • Wirkungseintritt: 1–3 Tage, Betäubung sofort
  • Wirkdauer: einige Wochen bis 2–3 Monate
  • Häufigkeit: meist höchstens 3–4-mal pro Jahr und Gelenk
  • Abstand: in der Regel mindestens 6–12 Wochen
  • Vor einer Endoprothese: meist nicht in den letzten 3 Monaten

Wann Kortison hilft

Der Nutzen hängt von der Diagnose ab. Bei manchen Erkrankungen bringt Kortison ein gutes und teils anhaltendes Ergebnis, bei anderen nur kurze Linderung.

ErkrankungWas Kortison bringtWas wichtig ist
Aktivierte KniearthroseLinderung für einige WochenWiederholte Spritzen alle 3 Monate linderten die Schmerzen nicht besser als Placebo und gingen mit stärkerem Knorpelverlust einher
Bursitis der Schulter, ImpingementSchneller SchmerzrückgangOhne Schulterübungen kehren die Schmerzen oft zurück
Frozen Shoulder im FrühstadiumWeniger Schmerzen, schnellere BeweglichkeitEines der besten Beispiele für den Nutzen von Kortison
Schnellender Finger, Tendovaginitis de QuervainOft gute Wirkung, manchmal nach einer SpritzeBei Rückfall wird eine Operation besprochen
KarpaltunnelsyndromLinderung für Wochen bis MonateBeschwerden kehren häufig zurück
TennisarmBesser nach 4 WochenNach 6–12 Monaten schlechter als Abwarten oder PRP
Ausstrahlende Schmerzen (Bandscheibenvorfall)Kurzfristige Linderung durch epidurale oder periradikuläre Injektion (PRT)Ändert den langfristigen Verlauf des Vorfalls nicht
PlantarfasziitisKurzfristige LinderungRisiko einer Atrophie des Fersenfettpolsters und eines Faszienrisses

Über eine Injektion entscheidet der Arzt nach Untersuchung und Auswertung von MRT oder Ultraschall.

Nebenwirkungen der Kortisonspritze

Häufig und vorübergehend

Stärkere Schmerzen in den ersten 1–2 Tagen, Gesichtsrötung, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen. Bei Diabetes steigt der Blutzucker meist für 1–3 Tage, manchmal bis zu einer Woche.

Örtlich

Aufhellung der Haut und Schwund des Unterhautfettgewebes an der Einstichstelle. Schwächung und möglicher Riss einer Sehne, wenn in sie injiziert wird — deshalb wird Kortison meist nicht in die Achilles- oder Patellasehne gespritzt.

Selten, aber ernst

Gelenkinfektion — sehr selten, aber ein Notfall: zunehmende Schmerzen, Überwärmung, Rötung, Fieber. Allergische Reaktion. Bei häufigen Wiederholungen: Knorpelverlust, Unterdrückung der Nebennierenfunktion, geringere Knochendichte.

Wird das Gelenk nach der Spritze heiß und rot oder bekommen Sie Fieber, suchen Sie umgehend einen Arzt auf.

Wer keine Kortisonspritze bekommen sollte

Gegenanzeigen

Infektion im Gelenk oder der Haut an der Einstichstelle, fieberhafter Infekt, Allergie gegen das Präparat, Gerinnungsstörungen (oder Gerinnungshemmer ohne ärztliche Absprache), frischer Bruch im Injektionsbereich, Gelenkprothese an der Einstichstelle ohne besondere Indikation.

Vorsicht geboten

Diabetes (der Blutzucker steigt für einige Tage), unkontrollierter Bluthochdruck, Glaukom, Osteoporose, Schwangerschaft, kürzliche Spritze in dasselbe Gelenk — meist nicht öfter als 3–4-mal pro Jahr. In Achilles- und Patellasehne wird wegen Rissgefahr kein Kortison gespritzt.

Die Preise sind Richtwerte. Jede Klinik hat eigene Bedingungen und Preise: Wir senden Ihre Anfrage an mehrere Kliniken und leiten Ihnen deren Angebote zum Vergleich weiter. Richtwerte finden Sie auf der Seite „Behandlungskosten“.

Erholung nach dem Eingriff

Am Tag der Injektion können Sie gehen und selbstständig ins Hotel zurückkehren. 1–2 Tage sollte das Gelenk nicht stark belastet werden, bei Schwellung hilft Kühlen. Danach kehren Sie schrittweise zu Alltag und Übungen zurück. Die Wirkung wird nach 6–12 Wochen beurteilt; ohne Besserung passt der Klinikarzt den Plan an. Bei Diabetes in den ersten Tagen den Blutzucker öfter kontrollieren: Er kann vorübergehend steigen.

Wie oft Kortison spritzen und warum häufige Spritzen schaden

Eine feste Regel gibt es nicht, doch die meisten Ärzte geben höchstens 3–4 Injektionen pro Jahr in ein Gelenk, im Abstand von mindestens 6–12 Wochen. Bringen zwei Spritzen jeweils nur kurze Linderung, ist eine Wiederholung meist wenig sinnvoll.

Die Bedenken betreffen häufige Wiederholungen. In einer randomisierten Studie in JAMA erhielten Patienten mit Kniearthrose zwei Jahre lang alle 3 Monate Triamcinolon: Die Schmerzen besserten sich nicht stärker als mit Kochsalzlösung, das Knorpelvolumen nahm dagegen schneller ab — 0,21 mm gegenüber 0,10 mm.

Bei Sehnenerkrankungen wirkt Kortison laut einer systematischen Übersicht in The Lancet in den ersten Wochen gut, nach 6–12 Monaten sind die Ergebnisse jedoch schlechter als bei anderen Behandlungen.

Vor einer Gelenkprothese bitten viele Chirurgen darum, in den letzten 3 Monaten kein Kortison in dieses Gelenk zu spritzen, weil das Infektionsrisiko steigt.

Alternativen zu Kortison

MethodeWirkprinzipWann sie infrage kommt
PRP / EigenbluttherapieWachstumsfaktoren aus dem eigenen BlutKniearthrose Grad I–III, Tennisarm, Tendinopathien. Beim Tennisarm war PRP nach einem Jahr besser als Kortison
HyaluronsäureVerbessert die Eigenschaften der GelenkflüssigkeitKniearthrose; mäßige Wirkung über einige Monate
Training und PhysiotherapieKräftigt Muskeln, entlastet das GelenkGrundlage der Behandlung bei fast jeder Diagnose
StoßwellentherapieRegt die Sehnenheilung anPlantarfasziitis, Kalkschulter, Tendinopathien
Zellbasierte Verfahren (BMAC, MFAT)Eigene Zellen und WachstumsfaktorenAusgeprägtere Veränderungen; die Datenlage ist begrenzt, der Arzt entscheidet

Einen Vergleich finden Sie unter regenerative Verfahren und Kortison. PRP wird meist frühestens 4–6 Wochen nach einer Kortisonspritze in dieselbe Region gegeben.

Was Sie nach der Spritze tun sollten

  • 1–2 Tage schonen: kein Laufen, Springen oder schweres Heben.
  • Nach einer Injektion nahe einer Sehne diese Region etwa 2 Wochen nicht stark belasten.
  • Nehmen die Schmerzen am ersten Tag zu, hilft Kühlen für 15 Minuten über ein Tuch.
  • Bei Diabetes in den folgenden Tagen den Blutzucker häufiger messen.
  • Nutzen Sie die Linderung, um mit den verordneten Übungen zu beginnen — sie bringen das langfristige Ergebnis.

Wird Ihnen bereits die dritte oder vierte Spritze innerhalb eines Jahres angeboten, lohnt sich eine Zweitmeinung und das Gespräch über andere Optionen.

Häufige Fragen zur Kortisonspritze

Wie lange wirkt eine Kortisonspritze im Gelenk?
Meist einige Wochen bis 2–3 Monate. Das Betäubungsmittel lindert sofort, das Kortison wirkt nach 1–3 Tagen. Die Dauer hängt von Diagnose und Belastung ab.
Wie oft darf man Kortison spritzen?
In der Regel höchstens 3–4-mal pro Jahr in ein Gelenk, im Abstand von mindestens 6–12 Wochen. Ist die Wirkung kurz, bringt eine Wiederholung meist wenig — dann sollte eine andere Methode besprochen werden.
Warum gilt die Kortisonspritze als schädlich?
Eine einzelne, begründete Injektion ist meist sicher und hilfreich. Probleme entstehen bei häufigen Wiederholungen: Knorpel geht schneller verloren, Sehnen werden schwächer, und nach 6–12 Monaten sind die Ergebnisse teils schlechter als bei anderen Behandlungen.
Wie lange dauern die Nebenwirkungen?
Schmerzen nach der Spritze, Gesichtsrötung und erhöhter Blutzucker klingen meist nach 1–3 Tagen ab, manchmal nach einer Woche. Hautveränderungen an der Einstichstelle können lange bestehen bleiben.
Darf ich nach der Kortisonspritze Sport machen?
In den ersten 1–2 Tagen nicht. Nach einer Injektion nahe einer Sehne wird intensive Belastung meist etwa 2 Wochen verschoben und dann schrittweise gesteigert, am besten mit einem Übungsprogramm.
Ist eine Kortisonspritze bei Diabetes möglich?
Ja, aber der Blutzucker steigt meist für einige Tage. Informieren Sie den Arzt und messen Sie den Zucker nach der Injektion häufiger.
Was ist besser: Kortison oder PRP?
Kortison lindert akute Schmerzen schneller, PRP wirkt langsamer. Beim Tennisarm war PRP nach einem Jahr besser, bei Kniearthrose ist die Datenlage zu PRP uneinheitlich. Die Wahl hängt von der Diagnose ab und trifft der Klinikarzt.
Wie lange nach Kortison ist PRP möglich?
Meist frühestens 4–6 Wochen nach einer Spritze in dieselbe Region, weil das Kortikosteroid die Prozesse hemmt, auf die PRP setzt. Den genauen Abstand legt der Arzt fest.
Wie organisiert RegenPAS die Behandlung?
RegenPAS ist ein Patientenservicezentrum in München, keine Klinik. Wir prüfen Ihre Bilder und Beschwerden und senden eine Anfrage gleichzeitig an mehrere Partnerkliniken. Kliniken, die Sie aufnehmen können, schicken ihre eigenen Bedingungen und Preise; die Preise unterscheiden sich von Klinik zu Klinik, und Sie wählen das passende Angebot. Der Koordinator antwortet innerhalb von 24 Stunden, die erste Einschätzung eines Klinikarztes folgt in 1–3 Werktagen. Danach organisieren wir Termin, Visumseinladung, Dolmetscher, Transfer und Unterkunft. Über die Behandlung entscheidet der Klinikarzt. Koordinator kontaktieren.

Alternative zu Kortison finden

Beschreiben Sie Ihre Diagnose und wie viele Spritzen Sie bereits erhalten haben, und hängen Sie Ihr MRT an. Der Koordinator antwortet innerhalb von 24 Stunden; ein Klinikarzt schlägt Behandlungsoptionen vor.

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